Dreifarbige Katze, die auf dem Rücken auf einer hellen Couch liegt

Katzen und ihre Lautsprache

Im Gegensatz zu Hunden sind Katzen, wenn sie in ihrem Revier unterwegs sind, klare Einzelgänger. Trotzdem kommunizieren sie mit Artgenossen ständig, auch wenn wir Menschen das Meiste davon nicht wahrnehmen. Hier geht es um den Teil, den wir am allerwahrscheinlichsten wahrnehmen – die Laute, die eine Katze von sich geben kann.

Katzen kommunizieren in drei verschiedenen „Sprachen“ miteinander:
1. Lautsprache
2. Körpersprache
3. Duftsprache

Was die akustische Wahrnehmung der Katze angeht, so kann diese Töne bis zu zehntausend Hertz wahrnehmen. Außerdem kann sie ihre Ohren um 180 Grad drehen, sodass sie auch wahrnehmen kann, aus welcher Richtung ein Geräusch kommt.

Mit der Lautsprache der Katze hat sich schon Charles Darwin beschäftigt und diese beschrieben. Eine genauere und wissenschaftlichere Beschreibung lieferte Marvin R. Clark 1895. Er schreibt, die Katzenwörter würden fast alle aus Vokalen wie A, E, I, O und U gebildet. Konsonanten fänden auch Verwendung, am häufigsten L und R.

Neben den Verhaltensbeobachtern und Zoologen beschäftigen sich mittlerweile auch Phonetiker mit der Katzenlautsprache. Die Phonetik untersucht dabei, wie ein Laut im Maul des Tieres gebildet wird, was seine akustischen Eigenschaften sind und wie der Laut wahrgenommen wird.

Die erste phonetische Studie von Katzen führte 1944 Mildred Moelk durch und lieferte damit die Basis für die heutige phonetische Forschung in diesem Bereich.
Frau Moelk teilt die Katzensprache in 16 unterschiedliche Laute ein, die in drei Kategorien fallen:

  1. Die Lautbildung mit geschlossenem Maul – Schnurren, Gurren, Murren
  2. Die Lautbildung mit öffnendem und schließendem Maul – Miauen, Heulen
  3. Die Lautbildung mit gespannt offenem Maul – Knurren, Fauchen, Spucken, Schnattern, Zwitschern

In der ersten Kategorie gibt es folgende Laute:

  • Schnurren
    • gleichförmig, summend, tief und leise
    • die Atmung bleibt kontinuierlich (der Laut entsteht also sowohl beim Ein- als auch Ausatmen)
    • auch Großkatzen schnurren
    • als Kommunikation zwischen Mutter und Kitten
    • Schnurren kann auch mit Maunzen kombiniert werden
    • Gründe: Zufriedenheit, Hunger, Stress, Angst, Schmerzen, Geburt, Sterben
  • Gurren oder Trillern
    • kurz, weich auf der Zunge gerollt
    • tiefes Brummen oder hohes Trillern
    • häufig kombiniert mit Miauen
    • Gründe: freundliche Annäherung und Begrüßung und Spiel

In der zweiten Kategorie gibt es diese Laute:

  • Miauen, Maunzen oder Mauzen
    • Fünf Arten:
      • Fiepen – hoch und hell -> zwischen Mutter und Kitten & zwischen Katze und Mensch
      • Quieken – kratzig, nasal, hell/schrill, kurz
      • Jammern – etwas dunkler -> ängstlich oder auffordernd
      • Miauen – typischer Miau-Laut -> Aufmerksamkeit des Menschen kriegen
      • Gurr-Miauen -> eine Kombination von Gurren und Miauen
  • Heulen oder Jaulen
    • langer vokalischer Laut
    • langsam öffnendes-schließendes Maul mit auf- und absteigender Melodie
    • Grund: Warnung einer anderen Katze, häufig in Kombination mit Knurren
  • Katzengesang oder Geheul
    • lange, klagende Sequenz mit Miau-, Gurr-Miau- und/oder Heullauten
    • auch hier wird das Maul geöffnet und geschlossen
    • ähnelt in der Frequenz stark Kinderweinen
    • Grund: Liebessehnsucht

Der dritten und letzten Kategorie sind folgende Laute zugeordnet:

  • Knurren oder Grollen
    • rauer, tiefer, ausgedehnter, stimmhafter Vibrant (wie ein gerolltes R)
    • Grollen ist lauter und tiefer als Knurren
    • wird häufig mit Heulen und Fauchen kombiniert
    • Gründe: Um Gefahr zu signalisieren oder um Gegner zu warnen oder abzuschrecken
  • Fauchen oder Spucken
    • Zisch- oder F-Laute
    • hochgezogene Lippe mit sichtbaren Zähnen
    • Spucken ist intensiver als Fauchen und explosiver im Laut
  • Kreischen oder Schreien
    • kurz, hell, laut, rau oder heiser
    • Gründe: Streit zwischen zwei Katzen und als letzte Warnung der anderen oder bei gequälten oder verletzten Katzen mit Schmerzen
  • Schnattern oder Zwitschern
    • Zwei Arten:
      • Schnattern/Keckern – stimmlos oder klickend mit klappendem Kiefer bzw. Zähnen -> knisternde K-Konsonanten
      • Zwitschern/Meckern – stimmhaft, kurz mit „äh“, „eh“ oder „meck“ Lauten, in Sequenzen und oft mit Tremolo oder Zittern, klingt wie Vogelgezitscher oder Nagetierpiepsen
    • Grund: Sichtung eines möglichen Beutetiers, Forscher haben außerdem herausgefunden, dass es möglicherweise ein Hinweis für den Nachwuchs bei der Jagd sein könnte

Weitere Informationen zur phonetischen Einteilung von Katzenlauten mit Beispielen findest du auch auf folgender Seite: meowsic.info

Hast du einen der beschriebenen Laute schon einmal bei deiner oder einer anderen Katze gehört? Wenn ja, schreib mir welcher und in welcher Situation gern in die Kommentare!

Quellen:
Wikipedia – Phonetik
Buch „Katzensprache“, Helga Hofmann, GU-Verlag
Buch „Katzensprache – Schritt für Schritt verstehen lernen“, Gerd Ludwig, GU-Verlag
Buch „Die geheime Sprache der Katzen“, Susanne Schötz, ecowin Verlag

Möchtest du dir die Folge zum Thema Lautsprache der Katzen anhören? Dann hier entlang.

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