Einstieg ins Medical Training mit deinem Tier

Ein Hund sitzt auf einem kleinen Handtuch in einer Dusche

Mein Start ins Medical Training war holperig

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich lange gehemmt war, mit Medical Training zu beginnen. Und auch als ich dann begonnen habe, haben wir nur sehr langsam Fortschritte gemacht.

Rückblickend und mit einer Pause, die ich mir absichtlich vom Versuch, Medical Training anzufangen, genommen habe, habe ich festgestellt, woran das bei mir lag:

Ich wollte meiner Hündin mit Medical Training beibringen, dass es nicht schlimm ist und Spaß machen kann, ihr die Krallen zu schneiden. Und vorallem dass sie den Prozess steuern kann.

Damit hab ich dann direkt unsere größte Baustelle vor der Brust gehabt, bei der der Anspruch, es gleich richtig zu machen, besonders hoch war. Außerdem hatten beide, meine Hündin Annie und ich, in dieser Situation großen Stress. Zwei ungünstige Ausgangspunkte, um im Medical Training erfolgreich zu sein.

Nachdem ich das realisiert hatte, habe ich mir einen anderen Bereich gesucht, in dem ich genauso gut mit dem Medical Training anfangen konnte. In unserem Fall war das das Duschen. Das hat Annie auch keinen großen Spaß gemacht, aber es hat sie nicht so gestresst wie das Krallenschneiden. Denn dabei wollte sie mir am liebsten in die Hand beißen.

Mit Duschtraining den Einstieg ins Medical Training schaffen

Also habe ich mit Annie halt das Duschen geübt, denn auch dabei würden wir davon profitieren, dass sie weniger gestresst ist und freiwillig mitarbeitet. Und könnten gleichzeitig alle möglichen Techniken und Methoden aus dem Medical Training ausprobieren, ohne dass ich den großen Druck verspürte, alles sofort richtig zu machen.

Was du für das Duschtraining brauchst

Bei uns gibt es im Duschtraining ein sogenanntes Target. Das ist in unserem Fall ein Handtuch, das in der Dusche liegt und auf dem Annie Leckerchen bekommt, wenn sie darauf sitzt.

Es gibt jede Menge gut schmeckender, relativ kleiner Leckerchen, die ich ihr geben kann und auf denen sie nicht stundenlang kauen muss.

Ein Markerwort oder einen Clicker (aus meiner Sicht für das Duschen eher unpraktisch, weil ich sonst keine Hand mehr zum Duschen frei habe). Das ist ein Signal, das dein Tier schon durch viele Wiederholungen damit verknüpft hat, dass es, sobald es dieses Signal hört (z. B. prima oder yes oder ein Geräusch, das du mit deinem Mund machst (wie ein Kussgeräusch) oder eben ein Click) ein Leckerchen kriegen wird.

Freien Zugang in und aus der Dusche – ich möchte das Annie mit mir beim Duschtraining kooperiert. D. h. dass sie freiwillig auf dem Target stehen bleibt und dafür Leckerchen bekommt. Bin ich z. B. in einem meiner Trainingsschritte zu schnell oder es war ihr etwas zu unangenehm, hat sie immer die Möglichkeit, vom Target runter und aus der Dusche zu gehen. Dann kriegt sie in dem Fall aber auch kein Leckerchen. Ich lasse sie dann kurz in Ruhe und frage danach wieder ihre Bereitschaft ab, auf das Target zu gehen. Wenn sie das macht, kriegt sie dort wieder ein Leckerchen. Macht sie das nicht, passiert erstmal wieder nichts und ich versuche es nach einer Weile nochmal.

Geduld und Spucke – zu Anfang kann sich das Duschtraining und auch das Medical Training zäh gestalten. Du hast dann vielleicht das Gefühl, dass dein Hund (oder Pferd oder Huhn oder oder oder) es nie begreifen wird, was du von ihm möchtest. Oder andauernd auf das Target geht und wenn du dann den nächsten Schritt (z. B. das Wasser) hinzufügen möchtest, direkt die Flucht ergreift. Keine Bange – das war bei Annie und mir auch so. Mir hat dann geholfen, das Training dann erstmal abzubrechen und mir zu überlegen, wo der Fehler liegen könnte (mache ich mir oder dem Hund zu viel Druck? Sind die Trainingsschritte zu groß?).

Eine Kamera oder ein Handy, um dein Training zu filmen. Auch wenn du dich vielleicht nicht so gern selbst filmst, möchte ich dir ans Herz legen, das mal für euch auszuprobieren. Du musst es ja sonst niemandem zeigen. Aber gerade wenn dein Tier ein sehr sensibles Exemplar ist, dass schnell auf kleinste Veränderungen reagiert, hilft dir die Aufnahme im Nachhinein zu verstehen, welche Bewegung du vielleicht gemacht hast, die dazu geführt hat, dass dein Tier nicht mehr mitmachen wollte. Im Moment können wir das meistens nicht so gut wahrnehmen.

Zeit und Ruhe für dich und dein Tier – nach so einem Duschtraining ist Annie immer ganz schön geschafft und schläft viel. Kein Wunder – sie hat ja auch eine Menge erlebt und gelernt und muss das erstmal verarbeiten. Unterschätze also nicht, wie anstrengend so ein Training sein kann, bei dem dein Tier ja eigentlich nur auf dem Target steht oder sitzt und gönne ihm Regeneration im Anschluss.

Brauchst du konkrete Schritte, wie du das Duschtraining angehen kannst?

Ich möchte gern mehr Menschen dazu befähigen, mit ihrem Tier ein stressfreies Duschen zu trainieren und werde dafür mit euch einen kostenlosen Mini-Onlinekurs zu dem Thema teilen. Die Anmeldung dazu wird es in ein paar Tagen hier auf meiner Website geben.

Tierische Grüße

Eure Judith

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