Papageienverhalten – Überblick

Ein Kea-Papagei sitzt auf einer Straße und hat den Schnabel geöffnet

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Zusammenfassung

  • Papageien sind sehr soziale und intelligente Vögel
  • Sie sind die am stärksten vom Aussterben bedrohte Vogelart der Erde.
  • Sie sind sehr anpassungsfähig, was sich auch daran zeigt, dass sie mit sehr unterschiedlichen Haltungsbedingungen zurechtkommen.
  • Papageien zeigen unterschiedliche Spielverhalten, z. B. Jagdspiele und Objektspiele

Vollständige Folge zum Nachlesen

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Schön, dass du bei der dritten Folge auch wieder dabei bist. Ich hoffe, dir hat die zweite Folge auch so gefallen wie die erste. Mir hat es auf jeden Fall sehr viel Spaß gemacht, über Katzen und ihre Lautsprache zu sprechen. Ich habe mich auch sehr gefreut, dass bei Instagram noch ein Video zum Schnattern gekriegt habe von einer Katze. Das war nochmal ein super Beispiel für einen der Laute. Ja und ich freue mich auch immer noch, wenn ihr mir weitere Videos und Audioaufnahmen schickt. Die werde ich gerne mit allen teilen. Dann wird es einfach noch plastischer und anschaulicher, wovon ich in der zweiten Folge gesprochen habe.

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In der dritten Folge soll es, wie schon angekündigt, um Papageien gehen. Jetzt meine Frage an dich: Kennst du Papageien? Hast du schon mal einen aus nächster Nähe gesehen? Hältst du vielleicht einen zu Hause? Auch das interessiert mich sehr. Also schick mir gerne ein Video von deinem Papageien oder auch Fotos. Ich teile sie gerne mit der Community.

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Der Papagei und auch die Sittiche gehören zusammen zu einer Vogelart und sie sind beide die am stärksten bedrohte Vogelart der Erde. Papageien gibt es in 360 Arten auf der ganzen Welt. Und zwar sind sie meist in den Tropen und Subtropen vorzufinden, wenn sie nicht bei uns hier in den heimischen Zoos oder Vogelanlagen zu finden sind.

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Papageien kann man nicht anhand ihres Verhaltens einordnen, denn das Verhalten ist sehr unterschiedlich, je nachdem, mit was für einer Art von Papageien man es zu tun hat.

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Und das Sozialverhalten oder die soziale Organisation von Papageien ist sehr unterschiedlich. Und zwar reicht sie von Tieren, die nur einzeln leben und sich nur zur Paarung zusammentun, bis hin zu Zweierpaaren, die ihr ganzes Leben lang zusammenleben und dann z.B. die Sittiche leben ja häufig in Kolonien.

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Papageien und Sittiche sind sehr intelligente Tiere und besitzen eine hohe Anpassungsfähigkeit. Das zeigt sich auch darin leider, dass sie grundsätzlich relativ tolerant sind, auch bei nicht so guter Haltung. Und das, was wir, denke ich, alle kennen, ist, dass Papageien sehr gut darin sind, nachzuahmen.

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Besonders in der Sprachnachahmung sind sie sehr berühmt und sie spielen sehr gerne. Das zeugt auch davon, dass sie sehr intelligent sind. Und sie können Werkzeug benutzen, auch wie Menschen und Affen. Papageien zeigen ein sehr komplexes Sozialverhalten. Deshalb sollten sie auf keinen Fall alleine gehalten werden, außer man hat eine Papageien-Art, die Einzelgänger sind. Aber die gibt es sehr selten und diese Arten sind auch eigentlich nicht in privater Haltung zu finden. Natürlich, wie bei allen anderen unserer Haustiere, sollten wir auf jeden Fall darauf achten, dass wir auf die Bedürfnisse von Papageien eingehen.

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Papageien wollen gerne, wie schon gerade erwähnt, einen Partner haben. Die Nahrung sollte auf jeden Fall auf das Bedürfnis von Papageien angepasst sein. Der Papagei braucht auch Ruhe. Auch wie andere Haustiere auch, um sich zu erholen. Dem Papagei sollte auch, wenn möglich, die Möglichkeit gegeben werden, zu nisten, weil das ein ganz natürliches Verhalten ist und zum Verhaltensrepertoire von Papageien dazugehört. Ja, und Papageien klettern auch sehr gerne und bewegen sich sehr gerne – auch dazu sollten sie ausgiebig Gelegenheit haben. Sie baden auch sehr gerne. Dafür sollte man sorgen. Dann kann man ihnen Knabbergegenstände und Knabbernahrung anbieten. Und sie sollten auch ausreichend Möglichkeit haben zu spielen, weil das zum Sozialverhalten dazu gehört, wie ich gerade schon erwähnt habe.

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Apropos Spiel: Man kann sagen, dass je größer der Papagei und je größer auch sein Gehirn ist, desto länger die Verhaltensentwicklung des Papageien ist und je ausgeprägter die Gruppenstrukturen in einer Papageien-Art ist, desto komplexer ist das Spiel, das der Papagei zeigt.

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Und es gibt zwei Arten von Spielen: Einmal das solitäre Spiel, was der Papagei alleine, mit vielleicht einem Gegenstand, zeigt und dann das soziale Spiel, also das Spiel, wo zwei Papageien oder mehr miteinander interagieren.

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Beim Solitär-Spiel gibt es Arten von Bewegungsspielen, dann Nahrungsspiele und Objektspiele. Und bei sozialen Spielen gibt es Initialspiele, die so eine Art Aufforderungsspiel oder Aufforderungsaktivität zum Spiel sind. Dann Kampfspiele und Jagd- und Versteckspiele.

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Kleiner Funfact: Ich hab ja bei Instagram zu der Folge ein Foto gepostet und hab euch gefragt, welche Vogelart man da drauf sehen kann.

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Auf dem Foto ist ein Kea abgebildet. Das ist eine Papageienart, die in Neuseeland vorkommt. Und wenn ihr da mal z.B. Videos bei YouTube googelt – das sind sehr neugierige und sehr spieltriebige Papageien. Also eine sehr interessante Art!

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Bei den Solitärspielen, hab ich ja schon gesagt, gibt es die Nahrungsspiele und die Objektespiele. Die sind so ein bisschen miteinander verbandelt, weil natürlich die Nahrung auch eine Art Objekt ist und besonders wenn sich Objekte rollend oder fahrend fortbewegen ist das für Papageien sehr interessant. Man sieht das z.B. häufiger in solchen Shows, die mit Papageien gemacht werden, dass Papageien auf Bällen durch die Gegend laufen oder auf kleinen Fahrrädern fahren.

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Was ich auch noch spannend fand war, dass in den Kampfspielen die Hierarchie sich auch mal umdrehen kann. Das heißt, der überlegene männliche Partner in einem in einer Zweier-Situation kann dann auch mal den Unterlegenen spielen im Kampfspiel.

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Ja, und beim Jagdspiel geht’s eigentlich auch wieder darum, dass der eine Papagei dem anderen Papageien z.B. versucht Nahrung abzuluchsen.

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Thema Bewegung: Papageien können ja grundsätzlich erst einmal fliegen, sollten ihnen nicht die Flügel gestutzt werden. Das ist zum Glück auch heutzutage nicht mehr so usus, dass man das macht. Früher war das so, dass tatsächlich Papageien auf einer Stange gehalten wurden und dann mit einer Kette am Fuß an der Stange festgebunden waren und dass ihnen auch die Flügel gestutzt wurden. Das heißt, sie konnten gar nicht mehr fliegen. Und heutzutage gibt es sogar Menschen, die mit ihren

Papageien aufs freie Feld gehen, nachdem sie mit ihnen trainiert haben, die unter Umständen ihnen auch ein Geschirr umlegen, sodass die Papageien auch weitere Strecken wieder fliegen können. Auch in England gibt es viele Besitzer oder Papageienparks, die ihren Papageien beibringen, frei fliegen zu können und am Abend wieder in die Voliere zurückzukommen.

[00:07:12.075]
Auch wenn man vielleicht nicht die Möglichkeit hat, den Papageien draußen fliegen zu lassen, so sollte man in der Wohnung oder in der ausreichend großen Voliere die Möglichkeit bieten, sich genug bewegen zu können und fliegen zu können.

[00:07:25.725]
Dies ist eine relativ kurze Folge, weil ich einfach erst einmal einen kleinen Überblick über Papageien geben wollte. Ich selber wusste noch nicht so viel über Papageien und habe sehr viel gelernt.

[00:07:36.235]
Nochmal eine kleine kurze Zusammenfassung: Also Papageien sind sehr soziale und intelligente Vögel. Sie sind die am stärksten vom Aussterben bedrohte Vogelart der Erde. Sie sind sehr anpassungsfähig, was sich auch daran zeigt, dass sie mit sehr unterschiedlichen Haltungsbedingungen zurechtkommen.

[00:07:53.925]
Habt ihr schon mal Bekanntschaft mit einem Papageien gemacht? Habt ihr schon mal einen auf der Hand gehabt, auf der Schulter sitzend? Ich habe auf jeden Fall den Plan. Ich wohne hier in Bochum und in Bochum gibt’s einen Papageiencafé. Dieses will ich demnächst mal zu besuchen, nachdem ich jetzt so viel über Papageien gelernt habe, wo man dann aus nächster Nähe Papageien kennenlernen kann.

[00:08:14.775]
Und ich freue mich auch immer darüber, wenn ihr mir Wünsche für kommende Folgen schickt. Ihr könnt mir alles gerne schicken, was das Thema tierische Kommunikation von unseren Haustieren beinhaltet. Ich mache mich da gerne schlau oder lade auch Experten ein. Ihr könnt mir auch gerne Sachen schreiben, die ihr gelernt habt. Ich bin da sehr neugierig und finde das toll, wenn wir das mit der Community teilen können. Und ich freue mich auch immer riesig über Rezensionen z.B. bei Deezer oder iTunes und über euer Feedback, was ihr mir gerne über einen Kommentar auf meiner Website diesprachedertiere.de (alles zusammengeschrieben) oder bei Instagram schicken könnt. Darauf freue ich mich auf jeden Fall und freue mich auch, dass ihr wieder eine Folge von „Die Sprache der Tiere“ gehört habt und bis zum nächsten Mal

[00:09:00.335]
Eure Judith von Die Sprache der Tiere.

Quellen:

Buch „Sittiche und Papageien – Verhalten in Freiland und Voliere“, Werner Lantermann, Verlag Oertel+Spörer, 2012
Buch „Papageien sind einfach anders“, Rosemary Low, Verlag Ulmer, 2008
Buch „Papageienverhalten verstehen“, Volker Munkes und Heidrun Schrooten, Edition Gefiederte Welt, Verlag Ulmer, 2008

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