Trainingstagebuch zum Stressfrei-Onlinetraining

Erste Woche im Stressfrei-Training mit der Hundephilosophin

Meine Hündin Annie und ich haben einen weiten und aufregenden Weg miteinander hinter uns und werden auch weiterhin noch das ein oder andere lernen übereinander. Wenn dich interessiert, welche Probleme im Zusammenleben wir schon gelöst haben, dann lies und hör hier.

Control Unleashed oder Stressfrei über alle Hürden

Mit Miriam, der Hundephilosophin, arbeite ich ja jetzt schon länger zusammen und habe durch sie überhaupt zum „Stressfrei über alle Hürden“-(Im Englischen Control Unleashed) Training gefunden. Ich habe das erste Buch verschlungen und selbst schon angefangen, einige der Übungen oder auch Spiele, wie Leslie McDevitt sie nennt, mit Annie zu trainieren. Das hat schon wunderbar geklappt, aber bei manchen der Spiele konnte ich mir nicht so richtig erklären, wie ich diese umsetzen sollte.

Wenn dich die Angebote von Miriam interessieren, dann scroll direkt zum Ende des Artikels. Da habe ich dir den Link zu all ihren Onlinekursen reingesetzt.

Darum war ich sehr froh, als Miriam mich fragte, ob ich bei ihrem mehrwöchigen CU-Onlinetraining mitmachen wollte.

Ablauf des CU-Trainings mit Miriam

Das Onlinetraining findet immer samstags von 17 bis 19 Uhr statt. Am 10. April haben wir uns alle zum ersten Mal über Zoom getroffen und werden uns dann noch sechs Mal treffen. Unsere Gruppe besteht aus fünf Menschen, vier Hunden und Miriam als Trainerin.

Das erste Training

Im ersten Training ging es erstmal für alle darum, im digitalen Trainingsraum anzukommen. Was mir besonders gut gefallen hat, war, dass Miriam mit uns Menschen einen Check-In gemacht hat. Für alle, die davon noch nie etwas gehört haben: Das ist eine Runde, die man gut am Anfang von Zusammentreffen machen kann, in der jede:r kurz sagt, wie es ihm oder ihr gerade geht und was vielleicht an dem Tag oder in der Woche so los war. Das ist eine schöne Möglichkeit für alle, die Stimmung der anderen aufzunehmen und in der Runde anzukommen. Gerade in einem Arbeitskontext hilft mir das auch immer, wahrzunehmen, dass meine Kolleg:innen auch nur Menschen mit Gefühlen und Stimmungslagen sind.

Bei unserer Runde mit Miriam ging es auch darum, wie könnte es auch anders sein, wie die Hunde gerade drauf sind. Das hat sich zufällig so ergeben.

Entspannung für Mensch und Hund

Weitere Sachen, die Miriam mit uns gemacht hat, waren zwei praktische Übungen und eine Entspannungsübung, die uns Menschen dabei hilft, bei uns selbst anzukommen und in uns zu spüren, ganz unabhängig davon, wie unser Hund gerade drauf ist. Diese Übung wird auch fester Bestandteil jedes Onlinetrainings in der Zukunft sein und hilft, aus dem trubeligen Alltag raus ins Training einzutauchen und wieder positiv auf die Beziehung zum eigenen Hund zu schauen. Das ist, finde ich, gerade total wichtig, wenn man in ein Training einsteigt, wo es darum geht, Verhaltensweisen des Hundes umzuwandeln, die gerade nicht so passend für das eigene Leben sind.

Und direkt rein ins Getümmel: Die ersten Stressfrei-Übungen

Die praktischen Übungen hat uns Miriam dann erstmal kurz erklärt und uns dann Videos davon gezeigt, wie sie die mit ihren eigenen Hunden umgesetzt hat. Und dann ging es daran, selbst mit dem Hund zu trainieren. Dabei war es sehr hilfreich, dass durch die Kamera am Laptop Miriam direkt schauen konnte, wie wir die Übung umsetzen. Sie half uns dann, wenn es hakte oder wir noch Fragen hatten. Der Charakter der Übungen brachte es mit sich, dass alle in der Gruppe diese super schnell und gut umsetzen konnten.

Wie auch im Buch haben wir zuerst Doggie Zen und dann Mat Work (also zu Deutsch Deckentraining) gemacht. Die Übungen waren dann auch gleich Hausaufgaben bis zum nächsten Mal.

Neben der Praxis gab’s noch eine wichtige Lerneinheit zu Stress und Erregung beim Hund

Nach der praktischen Phase hatten die Hunde dann Schulschluss und wir Menschen haben Miriam gelauscht, die uns in die Grundlagen zur Stressentwicklung beim Hund mitnahm. Ein wichtiges Wissenspäckchen, das uns hilft, zu verstehen, was unsere Hunde stresst und was das für Auswirkungen auf das Leben unserer Vierbeiner hat. Zuletzt ging es um das Erregungslevel der Hunde, das beim Stressfrei-Training eine große Rolle spielt.

Was mich dabei besonders fasziniert, in welcher Tiefe und Breite Miriam sich mit diesen Themen auskennt. Obwohl ich auch selbst schon viel darüber gelesen habe, habe ich noch jede Menge neues Wissen mitnehmen können. Das ist das Tolle am Training mit Miriam – sowohl praktisch als auch theoretisch auf höchsten Niveau!

Unser Fortschritt nach dem Training

Und hier noch ein kleines Video, wie Annie und ich die Mat Work Übung nach dem Training weiter üben:

Austausch in der Gruppe als Bestandteil des Trainings

Nach dem Training gibt’s in der Signal-Gruppe Motivation, Hilfestellung und Feedback von den anderen Teilnehmer:innen und Miriam. Dort teilen wir zwischen den Terminen unseren Fortschritt in Form von Nachrichten und Videos. Dadurch wird das Training noch wertvoller und der Zusammenhalt in der Gruppe gibt Aufwind und Halt, mit dem Programm weiterzumachen.

Es geht weiter: Die zweite Trainingswoche

Theorie nachlesen geht bei Miriam ganz einfach

Nach dem Onlinetraining bin ich dann auf die Elopage von Miriam gegangen, über die ich auch den Trainingskurs gebucht habe. Dort gibt’s nach der Stunde nochmal ganz viele Infos zu den Spielen und Übungen zum Nachlesen. Und auch für die, deren Gehirn bei der abschließenden Theorieeinheit vielleicht schon die Schotten dicht gemacht hatte, gibt es die Möglichkeit, genau diese nochmal anzuschauen, denn Miriam zeichnet diesen Teil in Zoom auf. Den Zugang zu den Informationen habe ich übrigens nicht nur während der Wochen des Kurses, sondern auch lange darüber hinaus – ein Leben lang oder so lange es Elopage gibt. 😉

Lektion zwei: LAT, Whiplash Turn, Premack-Prinzip und Default Behaviour

Auch die zweite Stunde hat Miriam wieder mit einer Check-In Runde begonnen. Was das ist, hab ich in der Einleitung zur ersten Woche weiter oben geschrieben. Da wir kurz vor Beginn erst nach Hause gekommen waren, half mir das richtig gut, im Hier und Jetzt und in der Stunde mit Annie anzukommen. Auch die Meditation hat meinen Puls beruhigt und meine Gedanken zur Ruhe kommen lassen. Annie und ich machen das übrigens ohne physische Verbindung – dabei angefasst zu werden, findet sie nämlich unangenehm und geht dann weg. 😉

Nach einer ausführlichen Besprechung und Beantwortung aller Fragen zu den Übungen der letzten Woche gab es dann wieder neues Trainingsfutter: Look at That (LAT), Default Behaviour, Premack-Prinzip und den Whiplash Turn.

Annie und ich spielen Look at That

Look at That war für Annie und mich nicht mehr neu, da wir das schon seit einigen Wochen praktizieren und damit wunderbare Erfolge in der Begegnung mit gruseligen Menschen und Hunden erzielt haben. Mir hat es trotzdem geholfen, nochmal Miriams Erklärungen zu lauschen und es nochmal anders aufgebaut, zu lernen.

Annie hat etwas erblickt und schaut deshalb zu mir zurück, um das Look at That-Spiel zu starten

Über das Default Behaviour, ein Standard-Verhalten, das der Hund lernen soll, um dieses in Situationen zu zeigen, in denen er sich unsicher ist, haben wir in der Theorie gesprochen. Das ist erstens eine relativ simple Sache und lässt sich zweitens nicht so gut an einem Ort vor der Kamera trainieren. Das Default Behaviour gibt dem Hund die Möglichkeit, ein adäquates Verhalten zu zeigen, wenn etwas um ihn herum passiert, dass ihn verunsichert und damit dem Menschen mitzuteilen, dass er in Interaktion treten möchte und unter Umständen Unterstützung braucht. Dabei ist ein häufiges Default Behaviour das Sitzen, dass hier nicht durch ein Kommando oder Signal ausgelöst wird, sondern abgewartet und vom Hund selbstständig gezeigt und dann belohnt oder eingefangen und belohnt wird, sobald der Hund es zeigt. Dieses Verhalten ist insofern für Hund und Mensch gut, weil es mit vielen anderen unpassenderen Verhaltensweisen (In-die-Leine-Springen, Beißen, Weglaufen etc.) inkompatibel ist. D. h. die beiden Verhaltensweisen können nicht gleichzeitig auftreten. Und es gibt dem Hund eine klare Vokabel, mit der er mit dem Menschen unmissverständlich in Kommunikation treten kann.

Auf das Premack-Prinzip möchte ich hier nicht näher eingehen. Da gibt es tolle Blogartikel zu, die das gut beschreiben, z. B. der hier: Premack-Prinzip von Pürzelchen Hundetraining

Zum Schluss war noch die Wendig- und Schnelligkeit der Teilnehmenden (Menschen) gefragt: Denn beim Üben des Whiplash Turns muss Mensch ganz schön fix sein, um sich hinter den Hund postieren und seinen Namen rufen zu können. Wie das z. B. aussehen kann, zeigt die Autorin von Control Unleashed, Leslie McDevitt, hier selbst:

Leslie beweist Schnelligkeit, denn so ein Welpe ist ziemlich fix.

In allen praktischen Übungseinheiten hatten wir wieder wachsame und liebevoll draufschauende Augen von Miriam und ihrer Trainerinkollegin. Und auch die anderen Teilnehmenden sind natürlich super, was Feedback zum Training angeht.

Theorieeinheit: Conversational Training – Training als Gespräch

Control Unleashed ist in einem Hinblick ganz anders als viele Trainingsmethoden, die viele Trainer hierzulande verwenden. Denn Leslie McDevitt sieht das Training als Gespräch (conversational training). Das heißt genauer, dass der Hund das Training mit gestaltet, in Tempo und Intensität. Und das Rückmeldungen, wenn der Hund etwas nicht ausführen kann, nicht als Versagen oder Sturheit oder Ähnliches angesehen werden, sondern als eine Kommunikation, dass das Training, so wie es in dem Moment gerade stattfindet, nicht passend für den jeweiligen Hund ist. Dass also wir die Trainingsbedingungen ändern müssen, z. B. kleinere Trainingsschritte, woanders trainieren, Grundbedürfnisse befriedigen usw.

Der Rückhalt und das Verständnis in der Gruppe sind phänomenal

Auch nach dieser zweiten Einheit gab es wieder einen regen Austausch in der Signal-Gruppe unter den Teilnehmenden. Wir haben viele Videos dort gepostet und uns gegenseitig Unterstützung gegeben, unsere Herausforderungen zu meistern.

Miriams Onlineangebote

Hast du Interesse an Miriams Arbeit? Dann schau doch mal hier, welche spannenden Onlinekurse sie anbietet.

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